Wissenswert

ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung für die Altersvorsorge?

Wenn es um die Altersvorsorge geht, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine beliebte Variante sind ETF-Sparpläne und ETF-Rentenversicherungen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und sollten deshalb sorgfältig abgewogen werden. In diesem Blogartikel möchten wir die beiden Varianten genauer unter die Lupe nehmen und die Vor- und Nachteile erläutern, damit du entscheiden kannst, welche Variante für dich besser geeignet ist.

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen bestimmten Index, wie zum Beispiel den DAX, abbildet. Ein ETF-Sparplan ist ein Sparplan, bei dem in regelmäßigen Abständen eine bestimmte Summe in einen ETF investiert wird. Der Vorteil eines ETF-Sparplans besteht darin, dass man mit vergleichsweise geringen Beträgen breit gestreut in den Markt investieren kann. Aufgrund der breiten Streuung sind ETF-Sparpläne vergleichsweise risikoarm, da mögliche Verluste durch eine gute Diversifikation reduziert werden können.

Vorteile ETF-Sparplan

Geringe Kosten

ETF-Sparpläne haben im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds und anderen Anlageformen meist geringere Kosten. Dadurch bleibt mehr Rendite übrig.

Einfache Handhabung

ETF-Sparpläne können bequem online eröffnet und verwaltet werden. Die Einrichtung und Verwaltung ist einfach und unkompliziert.

Breite Streuung

Durch die Investition in einen ETF wird das Portfolio breit gestreut. Das reduziert das Risiko möglicher Verluste und erhöht die Chancen auf eine gute Rendite.

Was ist eine ETF-Rentenversicherung?

Eine ETF-Rentenversicherung ist eine Versicherung, bei der regelmäßig Beiträge eingezahlt werden, um im Alter eine Rente zu erhalten. Im Unterschied zu einer klassischen Rentenversicherung wird das eingezahlte Kapital nicht in herkömmliche Anlageformen investiert, sondern in ETFs. Dadurch profitiert der Versicherungsnehmer von der Wertentwicklung des Marktes.

Vorteile ETF-Rentenversicherung

Lebenslange Rente

Der wohl größte Vorteil einer Rentenversicherung ist die garantierte lebenslange Rentenzahlung, die man ab dem Rentenbeginn erhält. Dadurch ist man während des Ruhestands finanziell abgesichert und muss sich keine Gedanken darüber machen, dass das Geld irgendwann ausgeht, selbst wenn man 120 Jahre alt werden sollte. Die monatliche Rentenzahlung bietet außerdem eine hohe Planungssicherheit, da man genau weiß, wie viel Geld man jeden Monat zur Verfügung hat und entsprechend planen kann. Genau hier hat ein ETF-Sparplan seinen größten Nachteil, denn wenn das angesparte Kapital aufgebraucht ist, aber man noch am Leben ist, hat man ein großes finanzielles Problem.

Professionelles Ablaufmanagement

Im Unterschied zum ETF-Sparplan, den man selbst verwalten muss, übernimmt die Versicherungsgesellschaft das Ablaufmanagement und sorgt dafür, dass das Kapital zum Ende der Laufzeit zur Verfügung steht. Denn viele vergessen, dass man das Kapital vor Rentenbeginn in sicherere Anlageklassen umschichten muss. Dadurch werden die Gewinne gesichert und verhindert, dass durch einen Börsen-Crash ein Teil der Rente vernichtet wird.

Steuervorteile

Ein großer Unterschied zwischen ETF-Sparplan und ETF-Rentenversicherung ist die steuerliche Behandlung in der Auszahlungsphase. Bei einem ETF-Sparplan muss auf die Gewinne Abgeltungssteuer gezahlt werden. Diese beträgt derzeit 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Jedoch gibt es eine Teilfreistellung der Erträge bei Aktienfonds von 30 %, d.h. 30 % der Erträge müssen nicht versteuert werden.

Bei einer ETF-Rentenversicherung wird zwischen Kapitalauszahlung und Rente unterschieden.

Kapitalauszahlung

Lässt man sich das gesamte Kapital auf einmal auszahlen, müssen nur die Hälfte der Erträge mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Jedoch müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So muss der Vertrag mindestens 12 Jahre Laufzeit haben und die Auszahlung darf erst ab dem 62. Lebensjahr erfolgen (bei Verträgen vor 2012 ab dem 60. Lebensjahr). Eine ETF-Rentenversicherung hat ebenfalls eine Teilfreistellung der Erträge, jedoch nur in Höhe von 15 %.

Vergleich bei Kapitalauszahlung

Nehmen wir an du hast 100.000 € Gewinn mit einem ETF-Sparplan erzielt. Beim Verkauf der Anteile müsstest du auf 70 % der Erträge Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag (zusammen 26,375%) zahlen (und ggf. Kirchensteuer). Somit hast du eine Steuerbelastung von  18.462,50 € (100.000€ x 70% x 26,375%). Bei einer ETF-Rentenversicherung müsstest du nur auf 85 % der Erträge die Hälfte deines individuellen Steuersatzes zahlen. Nehmen wir an du hast im Alter einen individuellen Steuersatz von 25 %. Somit hast du bei einer ETF-Rentenversicherung eine Steuerlast von 10.625 € (100.000€ x 85% x 12,5%).

Vergleich Steuerlast ETF-Sparplan vs. ETF-Rentenversicherung

 

Auszahlung als Rente

Möchte man die Auszahlung des Kapitals als lebenslange monatliche Rente, wird die Rente mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert. Dieser Ertragsanteil richtet sich nach dem Alter zum Renteneintritt. Grundsätzlich gilt: Je früher man in Rente geht, desto höher ist der Ertragsanteil und damit der Prozentsatz der privaten Rente, der versteuert werden muss. Wichtig ist, dass der eigentliche Steuersatz sich aus dem Ertragsanteil und dem individuellen Steuersatz  berechnet wird und nicht der Prozentsatz des Ertragsanteils der Steuersatz ist. Beispiel: Nehmen wir am an du gehst mit 67 Jahren in Rente, somit liegt der Ertragsanteil bei 17% (§22 EStG). Du bekommst 500 € Rente aus deiner Rentenversicherung und dein individueller Steuersatz liegt bei 20 %. Die Steuer berechnet sich dann wie folgt: 500€ x 17 % x 20 % = 17 €.

Steuervorteile auch während Ansparphase

Außerdem bietet eine ETF-Rentenversicherung den Vorteil während der Ansparphase das Geld umzuschichten, ohne dass dabei Abgeltungssteuer anfällt. So kann man völlig steuerfrei zwischen verschiedenen Fonds wechseln, was bei einem ETF-Sparplan nicht möglich ist.

Wichtige Kriterien für eine ETF-Rentenversicherung

Bei der Wahl einer ETF-Rentenversicherung gibt es einige wichtige Kriterien, auf die man achten sollte:
  • Hoher garantierter Rentenfaktor – Daraus ergibt sich die Rente pro 10.000 € Kapital
  • Finanzstarke Versicherungsgesellschaft
  • Niedrige Kosten  – unter 1,5 % p. a. möglich
  • Automatisches Ablaufmanagement
  • Flexibilität – Möglichkeit für Einzahlungen, Auszahlungen, ETF-Auswahl und kostenloses Umschichten

Fazit

Ob ein ETF-Sparplan oder eine ETF-Rentenversicherung die bessere Wahl für die Altersvorsorge ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein ETF-Sparplan ist kostengünstiger, einfacher in der Handhabung und flexibler als eine ETF-Rentenversicherung. Allerdings muss man sich selbst um die Auszahlung und das Ablaufmanagement kümmern. Eine ETF-Rentenversicherung hat den großen Vorteil einer garantierten lebenslangen Rente. Außerdem hat sie Steuervorteile in der Auszahlungsphase und ein professionelles Ablaufmanagement.
Aus diesen Vor- bzw. Nachteilen lässt sich sagen, dass ein ETF-Sparplan besonders gut für den mittel- bis langfristigen Vermögensaufbau geeignet ist und eine ETF-Rentenversicherung eine sichere und planbare Altersvorsorge ermöglicht.
Deshalb ist es auch sinnvoll mit beiden Varianten parallel vorzusorgen.
Wenn du herausfinden möchtest, welche die beste Variante für deine Altersvorsorge ist, dann buche dir jetzt einen kostenlosen & unverbindlichen Termin für ein Erstgespräch. Wir beraten dich gerne.





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